Philosophie

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Nicht zu trennen, was nicht zu trennen ist und zu teilen, was sich zu teilen lohnt, weil alles was wir teilen sich verdoppelt, das ist wahres Wachstum.

Das ist ein Grundgedankengut, dem wir in meiner Praxis folgen, sowohl in der Praxistätigkeit beim Behandeln, als auch in der Zusammenarbeit mit den Kollegen.

Die wahre ganzheitliche Arbeit ist erst dann ganzheitlich, wenn wir den Mensch auch in seiner Ganzheit betrachten. Körper und Geist, als untrennbare Lebgefährten. Nicht auf der Symptomebene zu verharren, und sich mit dem Benennen der Krankheit zufrieden zu geben, sondern den Blick auf den ganzen Menschen zu legen, um den grossen Zusammenhang seiner Befindlichkeit zu erfassen, denn "mit dem Fernrohr kann man das Universum nicht erkennen". Wieder verwurzeln, was die Wurzel verloren hat, um eins zu sein mit sich, dann fühlen wir uns gesund und wohl.

Will heissen: Hat ein Mensch Kopfschmerzen oder Fieber, ist es nicht damit getan, den Schmerz zu beenden und das Fieber zu senken, sondern Wissen zu wollen, woher kommt der Schmerz und warum hat er Fieber. Nachdem wir verstanden haben, können wir dort beenden, wo es nachhaltig beendet werden kann. In der TCM gibt es für beide Erkrankungen zahlreiche Ursachen, die von Verspannungen auf Grund von ungenügender Stressbewältigung, über Nahrungsmittelunverträglichkeit bis hin zu Liebeskummer reichen können. Ganz bestimmt ist es jedoch nicht ratsam, nur den "Alarm" auszuschalten, durch das beenden der Symptome, zum Beispiel mit fiebersenkenden Mitteln. Dieses Arbeiten auf der Suche nach der Wurzel und somit nach der Ursache, nennt man Biao Ben.

Das Lingshu, eines der Klassischen Werke der TCM, weiss dazu: "Verwurzelung in den geistigen Welten Shen. Das Arbeiten nach Biao Ben erinnert uns daran, dass Akupunktur nur nachhaltig wirksam ist, wenn sie von Hand eines solchen Akupunkteurs ausgeführt wird, dessen Geist bis zu den Herzen gehen kann, an dem die geistigen Welten Shen des Patienten sich befinden". (Lingshu Kapitel 8)

Die Aufgabe des TCM-Arztes ist es, zu erkennen, was selber nicht erkannt werden kann und den grossen Zusammenhang wieder herzustellen.

So weiss das Lingshu dazu, dass ein guter Praktiker eine Diagnose von sich gibt, die aus ihm selbst aufsteigt bis zum geistigen seines Patienten, der ihm Zeichen der Wiedererkennung gibt, die geistigen Welten kommunizieren frei zwischen ihnen und es kann verändert werden, was bereit ist zur Veränderung, um wieder heil zu werden.

 

Es geht dabei also darum, den Patienten selber wieder ins Bild zu setzten – anstatt ihm eine „lateinische Diagnose“ zu überreichen – einen begreifbar und somit begehbaren Weg aufzuzeigen, wie er seine Gesundheit wieder ins Gleichgewicht bringen kann, denn die Gesundheit ist immer existent in jedem von uns und mit dieser gesunden Energie wird in der TCM gearbeitet. 

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