Klangmeditation

Alles im Makro- wie im Mikrokosmos schwingt und klingt, wie ein grosses Orchester. „Nada Brahma“ oder „die Welt ist Klang“, wie Joachim-Ernst Berendt in seinem gleichnamigen Werk erklärt. Im Werk des deutschen Jazz-Professors wird sichtbar, wie Klang seit vielen Jahrtausenden in unterschiedlichen Kulturen von grosser Bedeutung ist. Nicht nur um andere und sich selbst zu heilen, sondern auch um mit dem eigenen Ursprung (wieder) in Verbindung zu kommen.

Ob Mantren im Buddhismus und Hinduismus, Koans bei den Chinesen und Japaner, Wazifa’s bei den Sufis oder gregorianische Choräle bei den Christen. Sie alle haben einen gemeinsamen Ursprung – Die Energie des Klangs.

Ein Klang besteht aus einem Grundton und seinen Obertönen. Der Grundton ist der Ton den wir an einem Instrument anschlagen z.B. ein „F“ oder „Cis“. Damit wir unterscheiden können, ob dieses „F“ von einem Klavier, einer Geige oder Stimme erklingt, sind die mitschwingenden Obertöne verantwortlich. Diese geben dem Ton seine Klangfarbe. Die Obertöne sind jeweils ganzzahliges Vielfaches der Frequenz des Grundtons. Daher reicht die Obertonleiter vom Grundton bis ins Unendliche. Theoretisch wären alle Obertöne der Obertonreihe des jeweiligen Grundtones möglich. Welche Obertöne in einem Klang jedoch tatsächlich mitschwingen, ist von den Resonanzmöglichkeiten der Obertöne abhängig.

Mittels den Schwingungen der Klangwellen und der natürlich ordnenden Eigenschaft der Obertöne, bietet eine Klangmeditation dem Körper eine ganzheitliche Tiefenentspannung auf Ebenen, die vielleicht sonst durch nichts, ausser Klangwellen erreicht werden können.

Klänge werden über das Gehör, und auch durch die feinen Vibrationen und Schwingungen direkt vom physischen Körper, aufgenommen. Unser ganzes Nervensystem kommuniziert mit kleinsten Schwingungen. Somit wird auch das Nervensystem durch die Schwingungen der Obertöne berührt.

Da die Obertonleiter bis ins Unendliche reicht, die Schwingungen so klein werden, dass sie nicht einmal mehr gemessen werden können, können sie auch das Feinstoffliche des Körpers, erreichen und beeinflussen.

So bietet der Klang dem ganzheitlichen Körper an, zu seiner eigenen, ursprünglichen inneren Ordnung zurückzufinden.

 

Instrumente und ihre Geschichten

Monochord 

In dieser Form gibt es das Monochord erst seit ein paar Jahrzehnten. Die Grundidee dazu wird jedoch Pythagoras zugeschrieben.

Das Monochord hat mehrere Saiten, die alle auf denselben Grundton gestimmt sind. In diesem Fall ist es Cis / in 432Hz. Dies entspricht nahezu der Oktavierung des Erdenjahrtons. 

Das Monochord wird mit den Fingern in gleichmässigen, ineinander verlaufenden Strichen gespielt. 

Der Klang des Monochordes ist sehr sanft, einhüllend, tragend und schonend. Diese Qualität ermöglicht eine bedenkenlose Behandlung bei Schwangeren, Kindern, Babies und Schwerkranken. 

Oberton Gesang

In verschiedenen Kulturen der Welt, sind Ober- oder Untertöne einen Bestandteil von rituellen und traditionellen Gesängen. Der im Westen praktizierte Obertongesang, bei welchem die Obertöne absichtlich kontrolliert werden, wird von traditionellen Gesängen inspiriert. In dieser praktizierten Form ist er hingegen neu.

Beim Obertongesang werden während dem Singen eines (Grund-)Tones gleichzeitig weitere Töne aus der Obertonreihe in der Mundhöhle zum Resonieren gebracht, und werden so hörbar.

Obertongesang ist es etwas sehr persönliches, da Stimme und Körper des Sängers, mit dem ganzen Raum und die sich darin befindenden Menschen, in Resonanz tritt und deswegen stets nur bedingt kontrolliert und gelenkt werden kann.

Klangschalen 

Den Klangschalen wird in einigen Kulturen eine alte Tradition, in heil- und schamanischen Ritualen, nachgesagt. Ihre genaue Geschichte und ihr Ursprung, sind jedoch nicht belegt. 

Die durch Anschlagen oder Reiben in Bewegung gesetzte Wand der Klangschale, ist für ihren einnehmenden Klang verantwortlich. 

Gong

Der Gong hat seinen Ursprung in der chinesischen Kultur und wurde ausschliesslich für Rituale, wie zum Beispiel um böse Geister zu vertreiben oder zum Reinigen von (negativen) Energien, genutzt. Später hielt der Gong auch Einzug im Zen Buddhismus. Dort wurde er bei Ritualen und Meditation eingesetzt um Anfang und Ende zu signalisieren. Gongs gibt es so unzählig verschiedene, wie die Kulturen in denen sie genutzt werden. 

Bei Klangmeditationen und Klangbehandlungen sind Tamtam- oder Windgongs geeignet.  

Die Klangqualität des Gongs ist unmittelbarer als die eines Monochords. Bei einem Monochord hat man eher die Möglichkeit sich vom Klang zu verschliessen. Beim Gong ist dies hingegen fast nicht möglich, da sein Klang tiefe urkräftige Eigenschaften hat. 

Andere 

In einer Klangmeditiation können auch Oceandrums, Regenrohre oder andere Klanginstrumente zum Einsatz gebracht werden.